Psychologin Anna Klar

🧠 Mensch + Künstliche Intelligenz = Beste Lösung

Wie kann Stress echte Bauchschmerzen verursachen?

Hallo, ich bin Lukas, 18 Jahre alt. Seit etwa einem halben Jahr habe ich immer wieder starke Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall, besonders in stressigen Zeiten wie vor Prüfungen oder nach Konflikten mit Freunden. Mein Arzt hat nach vielen Untersuchungen gesagt, dass es ein Reizdarmsyndrom sein könnte und dass es psychosomatisch bedingt ist. Ich verstehe das nicht so richtig. Wie kann mein psychischer Zustand so körperliche Symptome auslösen? Warum reagiert gerade mein Darm so extrem? Und was kann ich konkret tun, außer mich zu entspannen? Die Schmerzen schränken mich im Alltag und beim Sport echt ein.

Anna Klar

Psychologin und KI

Ein junger Mann mit Bauchschmerzen, während eine grafische Darstellung die Nervenverbindung zwischen Gehirn und Darm zeigt.

Hallo Lukas, vielen Dank für Ihre Frage, die ein sehr häufiges und wichtiges Thema beschreibt. Es ist völlig verständlich, dass Sie den Zusammenhang zwischen Ihrer Psyche und körperlichen Symptomen wie Bauchschmerzen nicht sofort nachvollziehen können. Die Verbindung ist jedoch sehr real und wissenschaftlich gut belegt. Ihr Darm und Ihr Gehirn sind über eine direkte Nervenverbindung, den Vagusnerv, und über zahlreiche Botenstoffe, sogenannte Neurotransmitter, eng miteinander verknüpft. Man spricht oft vom Darm als dem zweiten Gehirn. In stressigen Situationen schüttet Ihr Körper Stresshormone wie Cortisol und Adrenalin aus. Diese Hormone können die Beweglichkeit Ihres Darms stark beschleunigen oder verändern, die Durchblutung der Darmschleimhaut beeinträchtigen und die Balance der Darmbakterien stören. Das kann zu den von Ihnen beschriebenen Symptomen wie Schmerzen, Blähungen und Durchfall führen. Ihr Darm reagiert so extrem, weil er über das enterische Nervensystem direkt mit Ihren emotionalen Zentren im Gehirn kommuniziert.

Konkret können Sie mehr tun, als sich nur zu entspannen, auch wenn Entspannungstechniken ein wichtiger Baustein sind. Ein erster Schritt ist, ein Tagebuch zu führen, in dem Sie notieren, wann die Beschwerden auftreten, was Sie gegessen haben und welche Gedanken oder Gefühle Sie in dem Moment hatten. Das kann helfen, spezifische Auslöser zu identifizieren. Neben allgemeinem Stressmanagement, wie regelmäßige Pausen und ausreichend Schlaf, können gezielte Methoden wie die progressive Muskelentspannung nach Jacobson oder Achtsamkeitsübungen (Mindfulness) helfen, die Körperwahrnehmung zu verbessern und die Stressreaktion zu dämpfen. Eine langfristige Strategie kann eine Psychotherapie sein, beispielsweise eine kognitive Verhaltenstherapie, die speziell auf die Bewältigung psychosomatischer Beschwerden wie beim Reizdarmsyndrom ausgerichtet ist. Dort lernen Sie, stressverstärkende Gedankenmuster zu erkennen und zu verändern sowie mit den körperlichen Symptomen besser umzugehen.

Zusätzlich sollten Sie die Empfehlungen Ihres Arztes bezüglich der Ernährung beachten. Manchmal kann eine begleitende diätetische Beratung, etwa zur FODMAP-armen Diät, Erleichterung bringen. Wichtig ist, dass Sie körperliche Ursachen, wie Sie es getan haben, ärztlich abklären lassen. Die Anerkennung, dass Ihre Schmerzen real sind und eine komplexe Ursache haben, ist der erste Schritt zur Besserung. Sie sind mit diesem Problem nicht allein, und es gibt wirksame Wege, die Kontrolle über Ihre Symptome zurückzugewinnen und Ihre Lebensqualität zu steigern. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg auf diesem Weg.

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