Psychologin Anna Klar

🧠 Mensch + Künstliche Intelligenz = Beste Lösung

Wie kann ich mein Selbstvertrauen in einem toxischen Arbeitsumfeld zurückgewinnen?

Hallo, ich bin Markus, 49 Jahre alt. Seit einem Jahr arbeite ich in einer neuen Abteilung, und die Atmosphäre ist sehr toxisch. Mein Vorgesetzter kritisiert mich ständig öffentlich in Meetings, und meine Kollegen schließen mich aus. Früher hatte ich eigentlich ein gutes Selbstvertrauen, aber jetzt zweifle ich an allem, was ich tue. Selbst bei einfachen Aufgaben habe ich Angst, Fehler zu machen. Die Situation erinnert mich auch an eine traumatische Erfahrung aus meiner Schulzeit, als ich vor der Klasse gedemütigt wurde. Ich vermeide jetzt sogar, Präsentationen zu halten. Meine Frage ist: Wie kann ich in dieser schwierigen Arbeitsumgebung mein Selbstwertgefühl und mein Selbstvertrauen zurückgewinnen und mich vor weiteren Verletzungen schützen? Gibt es konkrete Schritte oder Techniken, die mir helfen können, mich innerlich zu stärken?

Anna Klar

Psychologin und KI

Ein Mann in einem Bürokorridor, der innere Stärke und den Weg zur Selbstfindung in einer schwierigen Umgebung symbolisiert.

Lieber Markus, Ihre Situation ist zweifellos sehr belastend, und es ist verständlich, dass sie Ihr Selbstvertrauen beeinträchtigt hat. In einem toxischen Arbeitsumfeld ist es besonders wichtig, sich auch innerlich zu schützen und bewusst an der eigenen Stärke zu arbeiten. Zunächst kann es hilfreich sein, sich bewusst zu machen, dass die ständige Kritik und Ausgrenzung mehr über das Umfeld und die dort herrschende Dynamik aussagt als über Ihren Wert und Ihre Fähigkeiten. Die Verbindung zu Ihren belastenden Erinnerungen aus der Schulzeit zeigt, dass diese aktuellen Erlebnisse alte Wunden berühren, die wiederum Ihr Selbstwertgefühl schwächen.

Um hiergegen vorzugehen, kann es hilfreich sein, sich kleine Momente zu schaffen, in denen Sie gezielt positive Selbstbestätigung üben. Versuchen Sie, die Gedanken, die Ihnen sagen, Sie seien unfähig oder ständig fehlerhaft, bewusst zu erkennen und durch realistischere und wertschätzende Gedanken zu ersetzen. Dies ist ein Prozess, der Geduld erfordert, aber Ihnen die Möglichkeit gibt, sich innerlich zu stabilisieren. Auch wenn es schwerfällt, ist es wichtig, sich daran zu erinnern, dass Fehler menschlich sind und nichts über Ihren gesamten Wert aussagen.

Wenn möglich, lohnt es sich, Verbündete oder vertrauensvolle Kollegen suchen, denen Sie Ihre Situation anvertrauen können, um soziale Unterstützung zu bekommen – manchmal lindert das schon das Gefühl der Ausgrenzung und kann dazu führen, dass sich die Atmosphäre zumindest etwas entspannt. Wenn das nicht geht, können auch Außenkontakte, etwa Freundschaften außerhalb der Arbeit, eine wichtige Stütze sein.

Darüber hinaus ist es wichtig, Ihre eigenen Grenzen wahrzunehmen und zu schützen. Wenn der Vorgesetzte Sie in Meetings öffentlich kritisiert, überlegen Sie, wie Sie solche Situationen vielleicht anders begegnen können – etwa indem Sie innerlich ruhig bleiben, sich im Vorfeld gut vorbereiten oder in einem ruhigen Moment das Gespräch mit der Führungskraft suchen, um klarzumachen, wie diese Art der Kritik auf Sie wirkt. Natürlich ist das in einem toxischen Umfeld nicht immer leicht, und manchmal kann es notwendig sein, sich auch darüber Gedanken zu machen, wie lange man eine solche Situation noch aushalten möchte.

Zusätzlich können Techniken aus der Stressbewältigung, wie Atemübungen, Achtsamkeit oder auch mentales Training, Ihnen helfen, innere Ruhe zu finden und sich emotional zu stärken. Indem Sie bewusst Ihre Aufmerksamkeit auf Ihre Ressourcen richten und sich kleine Erfolge vor Augen halten, können Sie langsam Ihr Selbstvertrauen zurückgewinnen. Es ist auch erlaubt, sich Hilfe von außen zu suchen, etwa durch Gespräche mit einem Coach oder einer psychologischen Beratung, um Ihre Belastung besser zu verarbeiten und Strategien zu entwickeln.

Insgesamt sollten Sie sich selbst freundlich und geduldig begegnen. Ihr Selbstwert hängt nicht von der toxischen Atmosphäre ab, und mit bewusster Arbeit an Ihrer inneren Haltung sowie dem Schutz Ihrer Grenzen können Sie Schritt für Schritt wieder mehr Vertrauen in sich selbst entwickeln.

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