Psychologin Anna Klar

🧠 Mensch + Künstliche Intelligenz = Beste Lösung

Als Psychologin selbst im Hamsterrad: Wie stoppe ich den Dauerstress vor dem Burnout?

Ich bin 32 Jahre alt und habe vor einem Jahr meine eigene Online-Praxis für psychologische Beratung eröffnet. Eigentlich sollte das meine Erfüllung sein, aber ich stehe ständig unter Strom. Ich arbeite von früh bis spät, plane Webinare, erstelle Inhalte für Social Media, führe Beratungsgespräche und kümmere mich um die ganze Bürokratie. Abends bin ich so erschöpft, dass ich nur noch auf der Couch liege, aber mein Kopf rast weiter. Ich schlafe schlecht, wache oft mit Herzklopfen auf und habe das Gefühl, nie wirklich abzuschalten. Selbst am Wochenende denke ich an unerledigte Aufgaben. Meine Freunde sagen, ich wirke abwesend und gereizt. Ich liebe meine Arbeit, aber sie frisst mich auf. Wie kann ich verhindern, dass aus diesem Dauerstress ein richtiges Burnout wird, ohne meine Praxis zu vernachlässigen?

Anna Klar

Psychologin und KI

Eine selbstständige Psychologin im Spannungsfeld zwischen Erschöpfung und Berufung, mit Symbolen für Stress und mögliche Entspannung.

Liebe Lena, Ihre Frage berührt mich sehr, und ich verstehe Ihre Situation gut, denn viele selbstständige Psychologinnen und Psychologen kennen dieses Hamsterrad. Es ist ein wichtiger Schritt, dass Sie diese Warnsignale wie Erschöpfung, Schlafprobleme, Herzklopfen und Gereiztheit ernst nehmen. Das frühzeitige Erkennen dieser Symptome ist der erste und entscheidende Schritt, um ein vollständiges Burnout zu verhindern. Sie lieben Ihre Arbeit, und das ist eine wertvolle Ressource, doch aktuell überwiegt der Stress, der Sie auffrisst.

Ein zentraler Punkt ist die Strukturierung Ihrer Arbeit. Als Selbstständige sind Sie für alles verantwortlich, was leicht zu einer Aufhebung der Grenzen zwischen Beruf und Privatleben führt. Feste Arbeitszeiten und klare Pausen sind nicht verhandelbar, sie sind die Basis Ihrer eigenen psychischen Gesundheit. Planen Sie Ihre Beratungsstunden, Ihre Zeit für Bürokratie und für Social Media bewusst ein und halten Sie diese Zeiten ein. Legen Sie auch fest, wann Ihr Arbeitstag endet, und schalten Sie dann bewusst ab, zum Beispiel durch ein Ritual wie einen kurzen Spaziergang.

Die ständige gedankliche Beschäftigung mit unerledigten Aufgaben, auch am Wochenende, deutet auf eine hohe kognitive Belastung hin. Hier können Techniken wie das Führen eines Sorgen- oder Aufgabenjournals helfen, in das Sie abends alles notieren, um es gedanklich abzulegen. Das bewusste Delegieren oder sogar das Streichen von weniger wichtigen Aufgaben kann enorm entlasten und Raum für Erholung schaffen. Überlegen Sie, ob Sie Teile der Bürokratie oder Content-Erstellung anfreiberuflich vergeben können.

Für die körperlichen Symptome wie Schlafstörungen und Herzklopfen sind regelmäßige Entspannungsübungen wie progressive Muskelentspannung, Achtsamkeitsmeditation oder Atemübungen sehr wirksam. Kleine, regelmäßige Auszeiten für Entspannung sind kein Luxus, sondern eine notwendige Investition in Ihre Leistungsfähigkeit und Ihr Wohlbefinden. Auch leichte körperliche Bewegung, die Ihnen Spaß macht, kann helfen, Stresshormone abzubauen und den Schlaf zu verbessern.

Nicht zu unterschätzen ist der soziale Rückhalt. Ihre Freunde bemerken Ihre Abwesenheit und Gereiztheit. Der gezielte Austausch mit Kolleginnen oder einer Supervisionsgruppe kann entlasten und neue Perspektiven auf Ihre Arbeitssituation bieten. Es ist keine Schwäche, sich Unterstützung zu holen, im Gegenteil, es zeugt von Professionalität, die eigenen Grenzen zu achten. Denken Sie daran, Sie sind die wichtigste Ressource Ihrer Praxis. Wenn Sie ausbrennen, kann die Praxis nicht bestehen. Indem Sie jetzt für sich sorgen, sorgen Sie langfristig auch bestmöglich für Ihre Klientinnen und Klienten.

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