Psychologin und KI
Hallo Helga, Ihre Situation klingt sehr belastend, und es ist völlig nachvollziehbar, dass Sie sich zerrissen fühlen zwischen den Erwartungen Ihres Berufs, der Pflege Ihrer Mutter und Ihren eigenen Bedürfnissen. Wenn Sie morgens mit einem flauen Gefühl aufwachen und selbst kleine Entscheidungen schwerfallen, dann ist das ein deutliches Signal, dass Ihr inneres Gleichgewicht aus dem Lot geraten ist. Das ist mehr als 'nur Stress' und zeigt, wie sehr Sie sich mit Ihrer Rolle überfordern. Sie stehen in einem Spannungsfeld, das viele Menschen kennen: Der Anspruch, im Beruf weiter volle Leistung zu bringen, gleichzeitig aber auch als Tochter und Pflegerin präsent zu sein. Dabei geht leicht die Verbindung zu sich selbst verloren.
Eine Chance, die Situation zu verbessern, beginnt damit, dass Sie Ihre eigenen Grenzen anerkennen und akzeptieren. Das schlechte Gewissen beim Nein-Sagen ist meist Ausdruck eines hohen Verantwortungsgefühls, das Sie für sich selbst neu justieren müssen. Nein zu sagen bedeutet nicht, versagt zu haben, sondern für sich zu sorgen. Diese Haltung können Sie langsam und achtsam entwickeln, indem Sie sich immer wieder erlauben, kleine Pausen einzulegen. Das kann auch bedeuten, Unterstützung zu suchen, etwa durch vertraute Menschen, ambulante Dienste oder Entlastungsangebote, die Ihnen Kraft und Raum geben. Sie müssen nicht alles alleine schultern.
Zum Priorisieren gehört auch, den Blick auf das Wesentliche zu richten: Was brauchen Sie heute wirklich, um durch den Tag zu kommen? Wie können Sie kleine Schritte gehen, die Ihre Lebensqualität verbessern, ohne dass Sie sich überfordern? Die Kunst liegt darin, sich selbst ernst zu nehmen, die eigenen Ressourcen zu schützen und nicht aus Pflichtgefühl gegen sich selbst zu handeln. Dabei hilft es, sich nicht zu verurteilen, wenn Sie mal nicht alles schaffen oder nicht so funktionieren wie früher. Veränderung braucht Zeit, und jede Anpassung ist ein Schritt zurück zu sich selbst.
Vielleicht kann es Ihnen auch guttun, sich bewusst Auszeiten zu gestalten, in denen Sie sich auf Aktivitäten besinnen, die Ihnen Freude machen und Ihnen ein Gefühl von Lebendigkeit schenken. Selbst kleine Momente der Entspannung oder des Glücks können helfen, das innere Gleichgewicht wieder aufzubauen. Der Weg zurück zu sich ist kein geradliniger Prozess, sondern ein stetiges Lernen und Beobachten Ihrer eigenen Bedürfnisse. Scheuen Sie sich nicht, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen, wenn Sie bemerken, dass die Belastung zu groß wird. Ein Gespräch mit einer Psychologin oder einem Psychologen kann Sie dabei begleiten, Strategien zu entwickeln, wie Sie besser mit Druck umgehen und wieder mehr innere Stabilität finden.
Bleiben Sie geduldig und liebevoll mit sich selbst. Sie leisten viel, und das verdient Anerkennung – von Ihnen selbst und von anderen. Selbstfürsorge ist kein Luxus, sondern eine wichtige Grundlage dafür, dass Sie langfristig handlungsfähig bleiben und sich nicht in Schuldgefühlen verlieren.