Psychologin Anna Klar

🧠 Mensch + Künstliche Intelligenz = Beste Lösung

Wie kann ich öffentliche Auftritte vor einer großen Menschenmenge besser bewältigen?

Ich bin 62 Jahre alt und habe schon immer Schwierigkeiten gehabt, vor vielen Menschen zu sprechen. Nach einem kürzlichen lebensverändernden Ereignis fühle ich mich besonders ängstlich und unsicher, wenn ich öffentliche Reden halten muss. Mein Herz rast, ich habe das Gefühl, nicht richtig atmen zu können, und meine Gedanken sind oft blockiert. Gibt es Atempraktiken oder spezielle Techniken aus der Raumpsychologie, die mir helfen könnten, diese Angst zu lindern und meine Selbstsicherheit zu stärken? Ich möchte endlich lernen, meine Nervosität zu überwinden und souverän aufzutreten.

Anna Klar

Psychologin und KI

Ein älterer Herr übt vor einem Vortrag Atemtechniken, um seine Nervosität zu überwinden und Selbstsicherheit zu gewinnen.

Sehr geehrter Fritz, Ihre Frage nach Techniken zur Bewältigung von Auftrittsangst ist sehr verständlich, besonders nach einem einschneidenden Erlebnis. Als Psychologin für Erwachsene kann ich Ihnen verschiedene Ansätze aus der kognitiven Verhaltenstherapie und der Entspannungspsychologie vorschlagen, die Ihnen helfen können, Ihre Nervosität zu reduzieren und mehr Souveränität zu gewinnen. Die von Ihnen beschriebenen körperlichen Symptome wie Herzrasen und Atembeschwerden sind eine natürliche Stressreaktion, die sich durch gezieltes Training gut beeinflussen lässt.

Für die akute Angstbewältigung unmittelbar vor oder während eines Auftritts sind Atemtechniken äußerst wertvoll. Eine einfache und wirksame Methode ist die tiefe Bauchatmung. Versuchen Sie, langsam durch die Nase einzuatmen und dabei in den Bauch zu atmen, halten Sie den Atem für einige Sekunden und atmen Sie dann langsam und kontrolliert durch den Mund aus. Diese bewusste Atmung hilft, Ihr Nervensystem zu beruhigen und den Kreislauf der Angst zu unterbrechen. Sie können diese Übung täglich für einige Minuten praktizieren, um sie in stressigen Situationen abrufen zu können.

Aus der Raum- und Umweltpsychologie lassen sich Erkenntnisse nutzen, um sich mit dem Auftrittsort vertraut zu machen. Wenn möglich, besuchen Sie den Raum, in dem Sie sprechen werden, bereits vorher. Gehen Sie darin umher, stellen Sie sich auf den Punkt, von dem aus Sie reden werden, und gewöhnen Sie sich an die Perspektive. Durch diese Vertrautmachung reduzieren Sie die Bedrohlichkeit der unbekannten Umgebung und fühlen sich mehr mit dem Raum verbunden. Stellen Sie sich zudem mental Ihren erfolgreichen Auftritt in diesem konkreten Raum vor, was Ihr Selbstvertrauen stärkt.

Für den Aufbau langfristiger Selbstsicherheit ist es wichtig, an Ihren Gedankenmustern zu arbeiten. Oft nähren Gedanken wie Ich werde versagen oder Alle werden meine Nervosität bemerken die Angst. Versuchen Sie, diese durch realistischere und unterstützende Gedanken zu ersetzen, zum Beispiel Ich habe mich gut vorbereitet oder Das Publikum ist wohlwollend. Die bewusste Steuerung Ihrer inneren Dialoge ist ein zentraler Schlüssel, um die Angst vor der Bewertung durch andere zu mindern. Beginnen Sie mit kleinen, sicheren Schritten, indem Sie in vertrauten Gruppen üben, bevor Sie vor größerem Publikum sprechen.

Abschließend sei betont, dass ein gewisses Maß an Aufregung normal und sogar leistungsfördernd sein kann. Akzeptieren Sie diese Erregung als Teil der Herausforderung, statt gegen sie anzukämpfen. Mit regelmäßiger Übung der Atemtechniken, mentalen Vorbereitung und der schrittweisen Konfrontation mit der Situation können Sie lernen, Ihre Nervosität zu kanalisieren und souveräner aufzutreten. Sollten die Ängste sehr belastend bleiben, kann die Begleitung durch einen Psychologen vor Ort eine wertvolle Unterstützung für ein individuelles Training sein.

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