Psychologin und KI
Hallo Lukas, vielen Dank für Ihre offene und reflektierte Frage. Es ist völlig normal, dass Sie in dieser Phase der beruflichen Neuorientierung und als junger Gründer mit Selbstzweifeln und Zukunftsängsten konfrontiert sind. Der Wunsch, anderen zu helfen, während man selbst noch nach dem eigenen Weg sucht, ist eine besondere Herausforderung, die viel Selbstfürsorge erfordert.
Zunächst ist es wichtig, Ihre Gefühle der Orientierungslosigkeit und des Zweifels anzuerkennen, ohne sie zu verurteilen. Selbstzweifel sind oft ein Zeichen von Engagement und dem Wunsch, etwas Bedeutungsvolles zu schaffen, und nicht unbedingt ein Hinweis auf Unfähigkeit. Der Vergleich mit älteren Kollegen ist menschlich, doch vergessen Sie nicht, dass diese ihre Erfahrung und ihr Wissen über Jahre aufgebaut haben. Sie stehen am Anfang Ihres Weges und bringen dafür andere Qualitäten mit, wie etwa Frische, Idealismus und einen modernen Zugang zur psychologischen Beratung.
Um einen klaren Weg zu finden, kann es hilfreich sein, sich nicht auf einen perfekten, endgültigen Plan zu fixieren, sondern kleine, realistische Schritte zu definieren. Setzen Sie sich konkrete, kurzfristige Ziele für Ihre Website, etwa in Bezug auf Inhalte oder das Erreichen einer bestimmten Zielgruppe. Jeder erreichte Schritt, so klein er auch sein mag, stärkt das Selbstvertrauen und gibt Orientierung. Echtes Selbstvertrauen entsteht durch das Erleben der eigenen Handlungsfähigkeit und das Bewältigen von Herausforderungen, nicht durch das Abwarten von Fehlerfreiheit.
Die finanziellen Ängste sind verständlich. Es kann entlasten, sich mit diesen praktisch auseinanderzusetzen, zum Beispiel durch die Erstellung eines einfachen Finanzplans oder die Information über Fördermöglichkeiten für junge Gründer. So verwandeln Sie eine diffuse Angst in handhabbare Aufgaben. Für das nächtliche Grübeln und die Schwierigkeit abzuschalten, könnten Entspannungstechniken wie Achtsamkeitsübungen oder das Führen eines Tagebuchs hilfreich sein, um Gedanken zu strukturieren und Sorgen zeitlich zu begrenzen.
Letztlich geht es darum, Ihre idealistische Motivation zu bewahren, während Sie gleichzeitig geduldig mit sich selbst sind. Der Weg zur beruflichen und persönlichen Entwicklung ist selten linear, sondern besteht oft aus Lernprozessen und Anpassungen. Erlauben Sie sich, Unterstützung zu suchen, sei es durch Mentoring, den Austausch in Netzwerken oder auch durch eigene persönliche Gespräche, um Ihre Unsicherheiten zu teilen. Ihr Wunsch, anderen zu helfen, ist eine große Stärke. Indem Sie lernen, auch sich selbst mit Mitgefühl zu begegnen, bauen Sie nachhaltiges Selbstvertrauen auf, das nicht von äußeren Vergleichen abhängt.