Die Angst, als Mensch zu versagen – obwohl ich fachlich top bin
Seit über einem Jahr plane ich, meine langjährige Erfahrung als IT-Projektleiter in eine eigene Online-Beratung für digitale Resilienz umzuwandeln – ein Bereich, der mir wirklich am Herzen liegt. Doch seit ich vor drei Monaten offiziell meinen ersten Beratungsvertrag unterschrieben habe, fühle ich mich wie gelähmt. Nicht von klassischen Existenzängsten, sondern von einer seltsam spezifischen Furcht: Was, wenn meine Klienten merken, dass ich trotz 20 Jahren Berufserfahrung keine Ahnung habe, wie man Menschen wirklich emotional erreicht?
Ich habe unzählige Zertifikate, kenne jedes Tool für digitale Stressbewältigung – aber in den letzten Wochen wache ich nachts auf, weil mir plötzlich klar wird: Ich habe noch nie jemandem aktiv zugehört, ohne gleichzeitig an die nächste Projektphase zu denken. Meine Frau sagt, ich sei ein 'Technik-Nerd mit Herz', aber was, wenn das nur eine Ausrede ist?
Jetzt steht mein erster Live-Workshop in zwei Wochen an, und ich ertappe mich dabei, wie ich Stunden damit verbringe, meine Website auf perfekte Ladezeiten zu optimieren – statt mich auf die Inhalte zu konzentrieren. Selbst meine Testanrufe mit Freunden enden damit, dass ich mich in Details verliere (z.B. ob die Hintergrundmusik im Wartebereich der Videokonferenz zu aufdringlich ist).
Ich weiß, dass ich kompetent bin – aber diese Angst, als Mensch zu versagen, blockiert mich komplett. Wie kann ich diese Barriere überwinden, ohne mich selbst zu verraten?