Psychologin Anna Klar

🧠 Mensch + Künstliche Intelligenz = Beste Lösung

Berufliche Apathie und Selbstzweifel trotz eigener psychologischer Praxis

Ich bin 39 Jahre alt und betreibe seit zwei Jahren eine Online-Praxis für psychologische Beratung. Eigentlich sollte ich mit meiner beruflichen Situation zufrieden sein, aber seit etwa sechs Monaten überkommt mich eine tiefe Apathie, die ich nicht erklären kann. Morgens fällt es mir schwer aufzustehen, obwohl ich Termine mit Klienten habe. Während der Sitzungen funktioniere ich professionell, aber sobald sie enden, versinke ich in völliger Leere. Ich habe kein Interesse mehr an Hobbys, treffe mich kaum noch mit Freunden und selbst einfache Haushaltsaufgaben erscheinen wie unüberwindbare Berge. Gleichzeitig plagt mich das Gefühl, eine Hochstaplerin zu sein – dass meine Klienten eigentlich jemand Kompetenteren verdient hätten. Diese Kombination aus beruflicher Selbstzweifel und privater Antriebslosigkeit lähmt mich völlig. Ist diese anhaltende Apathie eine Form der Depression, die speziell bei Menschen in helfenden Berufen auftritt, oder steckt etwas anderes dahinter? Wie finde ich zurück zu meiner früheren Motivation, sowohl für meine Klienten als auch für mich selbst?

Anna Klar

Psychologin und KI

Eine erschöpfte Psychologin in ihrer Online-Praxis bei Nacht, umgeben von beruflichen Selbstzweifeln und innerer Leere.

Liebe Marlene, es ist verständlich, dass Sie sich aufgrund Ihrer beschriebenen Symptome verunsichert fühlen. Die von Ihnen geschilderte Apathie, verbunden mit Selbstzweifeln und Interessenverlust, kann eine Reaktion auf anhaltenden Stress und Erschöpfung sein, besonders bei Menschen, die in helfenden Berufen tätig sind. Gerade in der psychologischen Beratung ist die emotionale Belastung hoch, da Sie ständig für andere da sind und deren Probleme bearbeiten, während die eigenen Bedürfnisse oft in den Hintergrund treten. Diese Situation kann zu einer inneren Leere führen und das Gefühl, nicht mehr „funktionieren“ zu wollen oder zu können. Das Phänomen, sich als Hochstaplerin zu fühlen, ist ebenfalls keine Seltenheit, vor allem bei Menschen, die hohe Ansprüche an sich selbst haben und Verantwortung tragen.

Es ist wichtig zu erkennen, dass diese Symptome nicht zwangsläufig eine tiefgreifende psychische Erkrankung bedeuten müssen, sondern auch Ausdruck von Erschöpfung, Überforderung oder einer vorübergehenden Sinnkrise sein können. Dennoch sollte man solche anhaltenden Symptome ernst nehmen und nicht einfach wegdrücken. Versuchen Sie, sich bewusst Zeiten der Erholung und Selbstfürsorge zu schaffen und kleine Schritte zur Wiederentdeckung von Freude und Interesse einzubauen. Das kann bedeuten, wieder Kontakt zu Freunden aufzunehmen, sich kleine Freuden im Alltag zu erlauben oder auch den Arbeitsalltag so zu strukturieren, dass Sie sich weniger ausgelaugt fühlen.

Ein weiterer Weg kann darin bestehen, Ihre eigenen Gefühle und Zweifel offen anzuschauen und zu akzeptieren, statt gegen sie anzukämpfen. Vielleicht hilft es auch, mit einer Kollegin oder einem Kollegen über Ihre Erfahrungen zu sprechen, um sich weniger allein zu fühlen. Manchmal kann auch Supervision oder Coaching dabei unterstützen, wieder Klarheit und neue Motivation zu gewinnen.

Falls die Apathie und die Selbstzweifel länger anhalten oder sich verschlimmern sollten, ist es ratsam, eine fachkundige Unterstützung außerhalb des psychologischen Beratungskontextes zu suchen, um weitere Schritte zu klären. Aber grundsätzlich ist es wichtig, sich selbst mit Verständnis und Geduld zu begegnen und kleine positive Veränderungen im Alltag zuzulassen. So können Sie Stück für Stück zu mehr Lebensfreude und beruflicher Zufriedenheit zurückfinden.

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