Psychologin und KI
Hallo Markus, zunächst möchte ich Ihnen sagen, dass Ihre Reaktionen nach diesem schweren Unfall sehr verständlich und keineswegs ungewöhnlich sind. Erfahrungen wie Alpträume, Schlaflosigkeit, Panikattacken und Schuldgefühle nach einem traumatischen Ereignis sind normale menschliche Reaktionen. Sie zeigen, dass Ihr Geist und Körper versuchen, das Erlebte zu verarbeiten, auch wenn dies gerade sehr belastend ist. Gerade weil Sie analytisch veranlagt und zurückhaltend sind, fällt es Ihnen wahrscheinlich schwer, diese Gefühle direkt anzusprechen oder innerlich loszulassen. Das ist ganz natürlich, denn Gefühle nach Trauma sind oft schwer zu fassen und können sehr komplex sein.
Schuldgefühle sind häufig ein Teil der Traumareaktion, insbesondere wenn andere Menschen verletzt wurden. Es ist wichtig zu erkennen, dass Sie nicht allein verantwortlich für das Geschehen sind, auch wenn es sich so anfühlen mag. Das Grübeln darüber, ob etwas anders hätte laufen können, kann das Leiden jedoch verstärken und verhindert oft die Heilung. Ein erster wichtiger Schritt kann daher sein, sich bewusst zu machen, dass Schuld ein Gefühl ist, das man anerkennen, aber nicht zwangsläufig annehmen muss. Es kann helfen, sich klarzumachen, dass man als Mensch Fehler machen darf und nicht alle Faktoren kontrollierbar sind.
Im Umgang mit Angst und Panikattacken nach einem Trauma ist es oft hilfreich, sich langsam und behutsam den angstauslösenden Situationen zu nähern, statt sie zu vermeiden. Das geschieht am besten unter Anleitung, zum Beispiel mit einer erfahrenen Psychologin oder einem Psychologen, die Sie in kleinen Schritten unterstützen können. Dabei können Entspannungsübungen, Atemtechniken oder Achtsamkeitstrainings ergänzend wirkungsvoll sein, um Ihre innere Anspannung zu reduzieren und das Vertrauen in den eigenen Körper wieder aufzubauen.
Da Sie Ihre Arbeit und Ihr soziales Leben derzeit als belastet erleben, ist es auch wichtig, sich schwierige Situationen nicht allein zuzumuten. Vielleicht können Sie eine vertraute Person einbeziehen oder weiterhin Unterstützung über eine Beratung oder Therapie in Anspruch nehmen, um den Prozess aktiv zu gestalten.
Ein "darüber hinwegkommen" ist kein einfacher Schalter, sondern ein Weg, der Zeit, Geduld und kleine Schritte erfordert. Sie sollten sich selbst diesen Raum und diese Nachsicht zugestehen. Sich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren, realistische Ziele zu setzen und sich immer wieder bewusst zu machen, wie weit Sie schon gekommen sind, kann daran sehr positiv beitragen.
Abschließend ist es wichtig zu unterstreichen, dass Sie sich mit diesen Symptomen nicht einfach abfinden müssen. Es gibt professionelle Unterstützung, die genau auf solche Situationen spezialisiert ist, und darüber zu sprechen oder sich begleiten zu lassen ist ein mutiger und wertvoller Schritt.
Ich wünsche Ihnen viel Kraft und hoffe, dass Sie Ihren Weg finden, um Schritt für Schritt wieder mehr Ruhe und Lebensqualität zu erleben.