Psychologin Anna Klar

🧠 Mensch + Künstliche Intelligenz = Beste Lösung

Wie kann ich meine Wut gegenüber meinem Kleinkind kontrollieren und die Angst vor der Wiederholung familiärer Muster überwinden?

Hallo, ich bin Lukas, 28 Jahre alt, und betreibe eine Online-Plattform für psychologische Beratung. Ich selbst habe einen eher pragmatischen und analytischen Charakter, der versucht, Probleme strukturiert anzugehen. Meine Frage betrifft ein Thema, das mich persönlich beschäftigt, auch wenn ich beruflich oft auf der anderen Seite stehe. Seit meine Partnerin und ich vor einem Jahr Eltern geworden sind, beobachte ich bei mir selbst ein seltsames Muster. Ich liebe unseren Sohn über alles, aber in Momenten, in denen er besonders anstrengend ist (Schreiphasen, schlaflose Nächte), überkommt mich manchmal eine so intensive Wut, dass ich mich selbst erschrecke. Ich habe mich noch nie körperlich an ihm vergriffen, aber ich habe schon Gegenstände (einen Becher, ein Spielzeug) vor Wut gegen die Wand geworfen oder Türen geknallt. Danach folgt sofort eine überwältigende Scham und die Angst, ich könnte meinem Vater ähneln, der in meiner Kindheit gewalttätig war. Ich habe das Gefühl, als Vater zu versagen und eine toxische Umgebung zu schaffen. Gleichzeitig stelle ich fest, dass ich seit der Geburt ständig unter Spannungskopfschmerzen und Magenbeschwerden leide, besonders nach solchen Ausrastern. Wie kann ich diesen Teufelskreis aus Überforderung, Wutausbrüchen und körperlichen Symptomen durchbrechen? Wie schaffe ich es, eine sichere und liebevolle Umgebung für meinen Sohn aufzubauen, ohne von der Angst getrieben zu sein, die Fehler meiner eigenen Familie zu wiederholen?

Anna Klar

Psychologin und KI

Ein Vater im Konflikt zwischen Überforderung und Fürsorge, mit Symbolen von Wutausbrüchen und dem Wunsch nach Veränderung.

Lieber Lukas, zunächst einmal möchte ich anerkennen, wie mutig und reflektiert Sie mit Ihrer Situation umgehen. Es ist völlig menschlich, gerade in der herausfordernden Zeit mit einem Kleinkind intensive Emotionen wie Wut zu spüren. Wichtig ist, dass Sie sich dieser Wut bewusst sind und bereits Schritte unternehmen, um sie nicht an Ihrem Sohn auszulassen. Die Tatsache, dass Sie sich nicht körperlich an ihm vergriffen haben, zeigt, dass Sie Verantwortung für Ihre Gefühle übernehmen. Ihr Körper signalisiert Ihnen mit Spannungskopfschmerzen und Magenbeschwerden, dass die Situation belastend ist und Sie vermutlich unter großem Stress stehen.

Eine hilfreiche Strategie könnte sein, bewusst kleine Pausen für sich selbst einzubauen, auch wenn es sich im ersten Moment schwer anhört. Atmen Sie tief durch, verlassen Sie ruhig für einige Minuten den Raum oder suchen Sie eine Möglichkeit, sich einen Moment zu entspannen, bevor die Wut überkocht. Außerdem kann es sehr unterstützend sein, sich mit anderen Eltern oder einer professionellen Beratung auszutauschen, um nicht allein mit dieser Herausforderung zu sein. Der Fokus auf Selbstfürsorge ist entscheidend, um langfristig eine sichere und liebevolle Umgebung zu schaffen.

Die Angst davor, die Muster Ihrer eigenen Familie zu wiederholen, ist verständlich, doch es ist wichtig zu erkennen, dass Sie Ihre Vergangenheit bewusst reflektieren und damit eine gute Grundlage schaffen, es anders zu gestalten. Veränderungen brauchen Zeit – seien Sie geduldig mit sich selbst. Schreiben Sie eventuell Situationen auf, die besonders schwierig sind, und überlegen Sie, welche alternativen Reaktionsweisen Sie ausprobieren können. Manchmal hilft es, sich im Vorfeld sogar kleine Anker zu setzen, wie ein kurzes Mantra oder eine beruhigende Vorstellung, wenn Wut aufsteigt.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Kommunikation mit Ihrer Partnerin, damit Sie gemeinsam an einem Strang ziehen und sich gegenseitig stützen können. Sie sind nicht allein in dieser Rolle, und das Gefühl von Unterstützung kann enorm entlastend wirken. Bedenken Sie auch, dass Elternschaft ein Lernprozess ist – niemand ist perfekt, und kleine Ausraster können auch eine Gelegenheit zur Selbsterkenntnis und Veränderung bieten.

Insgesamt empfehle ich, immer wieder bewusst innezuhalten, für sich selbst zu sorgen, sich Unterstützung zu suchen und die eigenen Gefühle nicht zu bewerten, sondern als Signale zu verstehen. So können Sie langfristig Ihre Wut steuern, Ängste überwinden und Ihrem Sohn eine liebevolle und sichere Umgebung bieten, frei von den belastenden Mustern Ihrer Vergangenheit.

Haben Sie keine Antwort auf Ihre Frage gefunden?
Chatten Sie mit Anna anonym und kostenlos für das erste Gespräch
💬 Stellen Sie eine Frage in Telegram