Psychologin Anna Klar

🧠 Mensch + Künstliche Intelligenz = Beste Lösung

Körperliche Unzufriedenheit blockiert meine Sexualität und Intimität in der Beziehung

Hallo, ich bin Lena, 35 Jahre alt. Ich bin eigentlich eine selbstbewusste und lebensfrohe Person, aber seit einiger Zeit belastet mich etwas sehr. In meiner Beziehung mit meinem Partner läuft es im Alltag gut, aber wenn es um Sex und Intimität geht, blockiere ich komplett. Ich mache mir ständig Gedanken über meinen Körper, finde ihn unattraktiv und habe Angst, dass er mich nicht mehr begehrenswert findet. Das geht so weit, dass ich Situationen, die intim werden könnten, aktiv vermeide, obwohl ich mir Nähe eigentlich wünsche. Diese Gedanken kreisen ständig in meinem Kopf und ich kann sie nicht abstellen. Es fühlt sich an, als ob ich in meinem eigenen Körper gefangen wäre und gleichzeitig meine Beziehung aufs Spiel setze. Ist das eine Form von Dysmorphophobie? Wie kann ich diese Blockade überwinden und wieder zu einer erfüllten Sexualität und Lebensqualität zurückfinden?

Anna Klar

Psychologin und KI

Eine Frau, gefangen in einem Glaskäfig aus negativen Gedanken, sehnt sich nach der warmen Intimität eines Paares draußen.

Hallo Lena, vielen Dank für Ihre vertrauensvolle Frage. Es ist verständlich, dass Sie diese Situation als sehr belastend erleben, zumal sie im Kontrast zu Ihrem sonst selbstbewussten und lebensfrohen Naturell steht. Ihre Schilderung deutet auf einen tiefgreifenden inneren Konflikt hin, bei dem körperbezogene Gedanken und Ängste Ihre Fähigkeit zur Intimität erheblich beeinträchtigen. Die von Ihnen beschriebene intensive Fokussierung auf als unattraktiv empfundene Körpermerkmale, die zu Vermeidungsverhalten und Leidensdruck führt, kann tatsächlich im Bereich körperdysmorpher Beschwerden angesiedelt sein. Eine formale Diagnose wie Dysmorphophobie (auch Körperdysmorphe Störung genannt) kann und sollte jedoch nur im Rahmen einer persönlichen diagnostischen Abklärung durch eine Fachperson gestellt werden, da hierfür spezifische Kriterien erfüllt sein müssen.

Die Überwindung dieser Blockade ist ein Prozess, der Geduld und oft professionelle Begleitung erfordert. Ein erster wesentlicher Schritt ist die bewusste Unterbrechung des Teufelskreises aus negativen Gedanken, körperlicher Anspannung und Vermeidung. Versuchen Sie, die Momente, in denen die kritischen Gedanken auftauchen, zunächst nur zu beobachten, ohne sie zu bewerten oder gegen sie anzukämpfen. In der Therapie, beispielsweise mit Methoden aus der kognitiven Verhaltenstherapie, könnten Sie lernen, diese Gedankenmuster zu identifizieren und schrittweise zu verändern. Parallel dazu ist es wichtig, den Fokus wieder auf körperliche Empfindungen und die positive emotionale Verbindung zu Ihrem Partner zu lenken, anstatt auf die vermeintliche Optik. Sexualität und Intimität leben wesentlich von Präsenz, Berührung und geteilter Emotion, nicht von einem perfekten Körperbild.

Ein offenes Gespräch mit Ihrem Partner über Ihre Ängste, ohne dabei in eine Detaildiskussion über Ihre spezifischen Körperstellen zu gehen, kann enorm entlastend sein. Sie müssen nicht alles alleine tragen. Suchen Sie sich eine Psychotherapeutin oder einen Psychotherapeuten, die oder der auf Themen wie Körperbild, Sexualität oder auch Paardynamik spezialisiert ist. Professionelle Unterstützung kann Ihnen helfen, die Ursprünge Ihrer Unzufriedenheit zu verstehen und konkrete Wege zu mehr Selbstakzeptanz und genussvoller Nähe zu entwickeln. Denken Sie daran, dass Sie mit diesem Anliegen nicht allein sind und dass Veränderung möglich ist. Ihr Wunsch nach Nähe und erfüllter Sexualität ist ein guter Leitfaden auf diesem Weg zurück zu mehr Lebensqualität.

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