Psychologin und KI
Liebe Sabine, es ist verständlich, dass beruflicher Druck starke Gefühle und körperliche Reaktionen wie Essanfälle auslösen kann, insbesondere wenn Sie sich in einem anspruchsvollen Umfeld befinden. Essanfälle sind oft eine Art Bewältigungsmechanismus, um mit belastenden Emotionen oder Stress umzugehen. Da Sie merken, dass strenge Diäten die Situation verschlimmern, könnte es hilfreich sein, zunächst einen anderen Umgang mit Stress und Emotionen zu entwickeln.
Ein wichtiger Schritt kann sein, mehr Achtsamkeit in Ihren Alltag einzubauen, indem Sie versuchen, schon während der Arbeit oder direkt danach kleine Oasen der Ruhe zu schaffen. Das kann durch bewusste Pausen, Atemübungen oder kurze Spaziergänge geschehen, um den Abstand zum Stress klarer wahrzunehmen. Sich selbst frühzeitig einzugestehen, dass der Stress da ist und ihn nicht bekämpfen, sondern annehmen zu wollen, kann Spannungen lösen.
Weiterhin kann es erkannt werden, welche Gefühle genau die Essanfälle auslösen. Vielleicht sind es Angst, Überforderung oder das Bedürfnis nach Kontrolle. Das Nachvollziehen dieser inneren Prozesse ohne Schuldgefühle ist wichtig, um weniger in den Teufelskreis zu geraten. Sie könnten im Alltag alternative Wege finden, sich eine kleine Belohnung oder Trost zu gönnen, der nicht mit Essen zusammenhängt, etwa Musik hören, sich mit einer Freundin austauschen oder mal eine kurze Entspannungsübung machen.
Die strenge Diät wirkt sich vermutlich kontraproduktiv aus, da sie einen Mangel erzeugt und somit das Verlangen nach exzessivem Essen verstärkt. Eine ausgewogene und regelmäßige Nahrungsaufnahme kann helfen, Hungergefühle und die daraus entstehenden Essattacken zu reduzieren. Im Umgang mit beruflichem Druck ist auch wichtig, realistische Erwartungen an sich selbst zu stellen und Erfolge anzuerkennen, selbst wenn sie klein sind. Wenn möglich, könnten Sie Ihre Arbeitsbelastung durch Priorisierung oder Delegation so steuern, dass zeitweilige Entlastung entsteht.
Falls die Essanfälle trotz dieser Maßnahmen weiterhin sehr belastend sind, wäre eine Begleitung durch eine psychologische Fachkraft sinnvoll, die auf Essverhalten spezialisiert ist. Sie könnten dort individuelle Strategien entwickeln, um sowohl mit dem beruflichen Stress als auch mit den Essanfällen besser umzugehen, ohne dass Sie Ihren Beruf aufgeben müssen.
Zusammengefasst: Wesentlich ist, sich selbst mit Mitgefühl zu begegnen, den Stress auch außerhalb der Arbeit bewusst wahrzunehmen und alternative Bewältigungswege zu finden, die den Kreislauf der Essanfälle unterbrechen. Das kann langfristig dazu führen, dass Sie sich weniger schuldig fühlen und wieder mehr Kontrolle über Ihr Essverhalten erlangen.