Psychologin Anna Klar

🧠 Mensch + Künstliche Intelligenz = Beste Lösung

Diffuse Ängste und emotionale Erschöpfung lähmen den Start meiner Online-Praxis trotz jahrzehntelanger Erfahrung

Hallo, ich bin Petra, 59 Jahre alt und seit über 30 Jahren als Psychologin tätig. Nach einer langen und erfüllten Zeit in einer Gemeinschaftspraxis habe ich mich entschieden, meinen Traum zu verwirklichen und eine eigene Online-Beratungspraxis zu eröffnen. Die technischen Vorbereitungen sind abgeschlossen, die Website ist online, und mein Angebot steht. Doch jetzt, in dem Moment, in dem ich eigentlich starten sollte, überkommt mich eine lähmende Angst. Es ist keine konkrete Angst vor einem bestimmten Aspekt, sondern ein diffuses, alles überschattendes Gefühl der Leere und Sinnlosigkeit. Ich frage mich plötzlich: 'Wer braucht mich überhaupt noch mit 59?' 'Ist mein Ansatz, der stark auf persönlichem Kontakt und Gestaltarbeit basiert, überhaupt in die digitale Welt übertragbar?' 'Bin ich mit den neuen Technologien und der Anonymität des Internets wirklich vertraut genug?' Diese Zweifel führen dazu, dass ich mich vor der eigentlichen Arbeit drücke, stundenlang unwichtige Details an der Website optimiere oder einfach nur dasitze und auf den leeren Bildschirm starre. Diese emotionale Erschöpfung und die Angst, in der neuen Umgebung zu versagen, blockieren mich komplett. Wie kann ich diese diffuse Existenzangst überwinden und den mutigen Schritt in die Selbstständigkeit endlich wagen, ohne von meinen eigenen, plötzlich hochkochenden Ängsten gelähmt zu werden?

Anna Klar

Psychologin und KI

Eine Psychologin im Übergang zur Online-Praxis, zwischen Zweifel und dem Mut zum Neuanfang in ihrem Heimarbeitplatz.

Liebe Petra, Ihre Situation ist nachvollziehbar und spiegelt eine tiefgreifende Übergangsphase wider, die viele Menschen in ähnlichen Lebensabschnitten erleben. Nach drei Jahrzehnten in einer etablierten Praxis stellen Sie sich nun einer völlig neuen Herausforderung, die nicht nur beruflich, sondern auch persönlich eine Neuorientierung bedeutet. Die von Ihnen beschriebenen diffusen Ängste und die emotionale Erschöpfung sind keine Zeichen von Schwäche, sondern eine natürliche Reaktion auf diesen bedeutenden Wandel. SCHLÜSSELSATZ Oft sind es gerade die langjährigen Profis, die in Momenten des Neubeginns von fundamentalen Selbstzweifeln heimgesucht werden, weil der hohe eigene Anspruch auf die unbekannte Situation trifft. SCHLÜSSELSATZ

Die Fragen, die Sie sich stellen, wer Sie mit 59 noch braucht oder ob Ihr Ansatz digital übertragbar ist, sind inhaltlich zu betrachten. Ihre jahrzehntelange Erfahrung ist ein unschätzbarer Wert, den keine junge Kollegin einfach ersetzen kann. Reife, Lebenserfahrung und professionelle Souveränität sind in der psychologischen Beratung hoch geschätzte Qualitäten. Was die Übertragung Ihrer gestalttherapeutischen Arbeitsweise angeht, so ist dies eine berechtigte fachliche Frage. Vielleicht hilft es, sich klar zu machen, dass der Kern der therapeutischen Beziehung – Präsenz, Empathie und echtes Interesse – auch durch einen Bildschirm transportiert werden kann, auch wenn die Form der Interaktion sich anpasst. SCHLÜSSELSATZ Die Technologie ist nur das Medium, die therapeutische Haltung und Kompetenz bringen Sie nach wie vor ein. Ihr Ausweichverhalten, wie das stundenlange Optimieren von Details, ist ein klassisches Vermeidungsmuster, das die Angst kurzfristig reduziert, aber den Start endlos verzögert.

Ein möglicher erster Schritt wäre, die diffuse Angst konkret zu machen. Schreiben Sie alle Ängste und Zweifel genau auf. Dann trennen Sie, was ein realistisches, lösbares Problem ist (z.B. eine bestimmte technische Unsicherheit) und was ein generalisierter, katastrophisierender Gedanke ist (z.B. die Frage nach Ihrer generellen Bedeutung). Gegen ersteres können Sie gezielt vorgehen, zum Beispiel durch eine kurze technische Schulung. Letztere sind oft Ausdruck der sogenannten Impostor-Syndrom-Dynamik, die nach so langer erfolgreicher Tätigkeit überraschend stark auftreten kann. SCHLÜSSELSATZ Setzen Sie sich nicht unter Druck, sofort die volle Praxislast tragen zu müssen. Könnten Sie mit einem sehr kleinen, überschaubaren Anfang starten? Vielleicht bieten Sie zunächst nur wenige Stunden pro Woche an oder beginnen mit einem klar umrissenen, kurzfristigen Angebot. So sammeln Sie positive Erfahrungen in der neuen Umgebung, ohne sich überfordert zu fühlen. Der Fokus sollte darauf liegen, die erste Hürde des Anfangs zu nehmen, nicht auf einem perfekten, sofortigen Erfolg.

Vergessen Sie nicht, was Sie zu diesem Schritt bewogen hat: Ihren Traum der eigenen Online-Praxis. Dieser Traum ist entstanden, weil in Ihnen die Ressourcen und der Wunsch nach dieser neuen Form der Arbeit stecken. Die emotionale Erschöpfung könnte auch ein Hinweis darauf sein, dass Sie in der Vorbereitungsphase Ihre eigenen Bedürfnisse nach Pause und Selbstfürsorge vernachlässigt haben. Gönnen Sie sich bewusst Auszeiten, in denen Sie nicht an die Praxis denken. SCHLÜSSELSATZ Manchmal braucht es nach einer langen Karriere in festen Strukturen einfach Zeit, um sich an die Freiheit und gleichzeitige Verantwortung der Selbstständigkeit zu gewöhnen. Seien Sie geduldig und nachsichtig mit sich selbst in diesem Prozess. Der mutige Schritt besteht nicht darin, angstfrei zu starten, sondern trotz der vorhandenen Ängste einen ersten, kleinen, konkreten Schritt in die neue Wirklichkeit zu wagen.

Haben Sie keine Antwort auf Ihre Frage gefunden?
Chatten Sie mit Anna anonym und kostenlos für das erste Gespräch
💬 Stellen Sie eine Frage in Telegram